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Wärmepumpen

Wärmepumpe im Altbau: Die Vorlauftemperatur ist die entscheidende Zahl

Ob eine Wärmepumpe in einer Villa aus den 1930er Jahren funktioniert, ist selten eine Frage des Baujahrs. Es ist eine Frage, wie heiß die Heizkörper werden müssen.

Redaktion sunaliv2 Min. Lesezeit

Altbau-Wohnzimmer mit hohen Fenstern und schlankem modernem RöhrenheizkörperAI generated
Altbau-Wohnzimmer mit hohen Fenstern und schlankem modernem Röhrenheizkörper

Eine Wärmepumpe arbeitet am besten, wenn sie die Wärme nur um einen kleinen Betrag anheben muss. Die Vorlauftemperatur, also die Temperatur des Wassers, das zu Ihren Heizkörpern oder Ihrer Fußbodenheizung fließt, ist deshalb die wichtigste Kennzahl für ihre Effizienz. Als Faustregel gilt: Jedes Grad weniger spart 2 bis 3 Prozent Strom. Eine Fußbodenheizung im Neubau braucht vielleicht 30 bis 35 °C, Heizkörper in einem Altbau an den kältesten Tagen womöglich 50 bis 55 °C. Viele Altbauten schaffen das mit überschaubaren Änderungen.

Der Test, den Sie diesen Winter machen können

Wenn Sie noch einen Gas- oder Ölkessel haben, senken Sie an kalten Tagen dessen Vorlauftemperatur schrittweise: zuerst auf 60, dann auf 55, dann auf 50 °C. Öffnen Sie alle Heizkörperventile vollständig und beobachten Sie, welche Räume warm bleiben. Räume, die behaglich bleiben, zeigen Ihnen, dass die vorhandenen Heizkörper groß genug sind; die ein oder zwei Räume, die auskühlen, bilden Ihre Liste für Verbesserungen. Ein Heizungsfachbetrieb kann daraus eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erstellen, die fachliche Grundlage für die Auslegung einer Wärmepumpe.

Heizkörper: einige tauschen, nicht alle

Die Leistung eines Heizkörpers sinkt, je kühler das Wasser ist. Räume mit hohen Wärmeverlusten oder kleinen Heizkörpern brauchen zuerst Unterstützung. Infrage kommen größere Plattenheizkörper, Niedertemperaturheizkörper mit kleinen Ventilatoren, die die Leistung bei niedriger Vorlauftemperatur vervielfachen, oder schlanke Röhrenheizkörper, die zu historischen Interieurs passen. In der Praxis genügt es oft, drei oder vier Heizkörper zu ersetzen, um die Vorlauftemperatur im ganzen Haus um 10 °C zu senken.

Hydraulischer Abgleich und Heizkurve

In vielen älteren Anlagen nimmt das Wasser den bequemsten Weg: Heizkörper nahe am Kessel werden heiß, entfernte nur lauwarm, und zum Ausgleich ist die ganze Anlage zu heiß eingestellt. Der hydraulische Abgleich stellt jedes Ventil so ein, dass jeder Heizkörper genau den Durchfluss erhält, den er braucht. Zusammen mit einer richtig eingestellten Heizkurve, die die Vorlauftemperatur an die Außentemperatur koppelt, gehört er zu den günstigsten Effizienzmaßnahmen in jeder Heizungsanlage, ob mit oder ohne Wärmepumpe.

Kleine Verbesserungen an der Gebäudehülle, große Wirkung

Jede Verringerung der Wärmeverluste senkt die Vorlauftemperatur, die das Haus braucht. Die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs, das Abdichten zugiger Fenster und Türen und der Austausch der schlechtesten einfach verglasten Fenster können den Unterschied zwischen 60 und 50 °C ausmachen. Vor dem Einbau einer Wärmepumpe brauchen Sie keine Komplettsanierung, doch die Maßnahmen mit der kürzesten Amortisationszeit lohnen sich als Erstes.

Hochtemperatur-Wärmepumpen und Hybridheizungen

Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) können Vorlauftemperaturen von 70 °C und mehr liefern. Damit eignen sie sich technisch selbst für Häuser, die sich nicht verbessern lassen. Bei solchen Temperaturen arbeiten sie allerdings mit spürbar geringerer Effizienz: Sie funktionieren, kosten im Betrieb aber mehr. Eine Hybridheizung, bei der ein Kessel nur die kältesten Tage übernimmt, kann für Häuser in der Übergangsphase eine Brücke sein. Mit unserem Wärmepumpen-Kostenrechner sehen Sie, wie die Vorlauftemperatur die Rechnung verändert.

Fragen und Antworten

Kann eine Wärmepumpe einen Altbau heizen?

In den meisten Fällen ja. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, die das Haus an kalten Tagen braucht. Viele Altbauten bleiben mit 50 bis 55 °C warm, nachdem einige Heizkörper getauscht und die Anlage hydraulisch abgeglichen wurde.

Welche Vorlauftemperatur ist für eine Wärmepumpe ideal?

Je niedriger, desto besser. Fußbodenheizungen laufen oft mit 30 bis 35 °C, Heizkörper mit 45 bis 55 °C. Jedes Grad weniger verbessert die Effizienz um etwa 2 bis 3 Prozent.

Wärmepumpen-KostenrechnerStromverbrauch, Betriebskosten und CO₂ im Vergleich zur Gasheizung. Rechner öffnen

Verfasst von der Redaktion sunaliv. Die Zahlen sind typische Spannen für Mitteleuropa, sofern nicht anders angegeben, und geben den Wissensstand von Oktober 2026 wieder. Fehler entdeckt? Schreiben Sie an info@nextao.de, wir korrigieren ihn offen.

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